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> Biologie > Abgeschlossene Projekte > Wirkungsmechanismen an Zellen B

Untersuchungen zu Wirkungsmechanismen an Zellen unter Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern der Mobilfunktechnologie
B. Pinealdrüse

Thema

Untersuchungen zu Wirkungsmechanismen an Zellen unter Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern der Mobilfunktechnologie.
B. Pinealdrüse

Beginn

01.10.2002

Ende

30.09.2003

Projektleitung

International University Bremen

Zielsetzung

Es soll geklärt werden, ob isolierte Pinealorgane (Epiphysen, auch Zirbeldrüsen genannt) von Labornagern durch hochfrequente a) nach dem GSM-Standard modulierte sowie b) durch ungepulste elektromagnetische Felder (Frequenz 1800 MHz) in ihrer Funktion beeinflusst werden. Im Pinealorgan wird in Abhängigkeit vom Tagesrhythmus das Hormon Melatonin gebildet, das an einer Reihe physiologischer Funktionen wie z. B. dem Schlaf/Wach-Rhythmus beteiligt ist. Auch wird behauptet, dass Melatonin als Radikalfänger die Entstehung von Krebs verhindern oder zumindest verlangsamen kann, bzw. eine Unterdrückung der Melatoninproduktion negative gesundheitliche Auswirkungen bis hin zur Beeinflussung von Krebsentstehung und -entwicklung hat ("Melatoninhypothese").

Um eindeutige Ergebnisse im Hinblick auf den Einfluss von Mobilfunkfeldern auf diese Hormonbildung zu erhalten, muss die Kopplung an den Tagesrhythmus aufgehoben werden. Dies ist nur mit in vitro - Experimenten an isolierten Pinealorganen möglich.

Ergebnisse

Isolierte Pinealorgane von Dsungarischen Hamstern wurden für 7 Stunden elektromagnetischen Feldern ausgesetzt (1800 MHz, kontinuierlich oder GSM-moduliert; SAR = 0 (Schein-Exposition), 0.008, 0.08, 0.8 und 2.7 W/kg). Die Menge des gebildeten Melatonins wurde stündlich mittels eines speziellen, Melatonin erkennenden Antikörpers bestimmt. Die Experimente wurden verblindet durchgeführt, d. h. den auswertenden Wissenschaftlern war nicht bekannt, ob die Proben tatsächlich befeldet wurden, oder ob es sich um scheinexponierte Kontrollen handelte. Hierdurch wird eine unvoreingenommene Auswertung der Präparate sichergestellt.

Bei Exposition mit 0.008 und 0.08 W/kg zeigten sich keine Unterschiede zwischen exponierten Proben und Kontrollen. Bei 0.8 W/kg zeigte sich für beide Signaltypen eine signifikante Erhöhung der Melatoninkonzentration. Bei 2.7 W/kg setzte sich dieser Trend für die kontinuierliche Exposition fort, während die GSM-Modulation eine signifikant verringerte Melatoninproduktion verursachte. Bei dieser Expositionshöhe trat erwartungsgemäß eine Temperaturerhöhung von ca. 1.2o C auf, so dass hier thermische Effekte anzunehmen sind.

Der Abschlussbericht steht zum Download als PDF-Datei (1260 kB) zur Verfügung.

Publikationen

  • Sukhotina et al. (2006): 1800 MHz electromagnetic field effects on melatonin release from isolated pineal glands, J. Pineal Res. 40: 86 - 91

Fazit

Bei Befeldung mit 0.008 und 0.08 W/kg (Ganzkörper-Grenzwert für die Allgemeinbevölkerung) zeigten sich im Vergleich mit den scheinexponierten Kontrollen keine Unterschiede in der Melatoninproduktion. Bei einer Exposition mit 0.8 W/kg stieg die Produktion an. Eine Verringerung der Melatoninsynthese trat erst bei einer Befeldung mit 2.7 W/kg auf, die mit einer Temperaturerhöhung um mehr als 1o C verbunden war. Die Befunde unterstützen also nicht die so genannte "Melatoninhypothese", nach der ein unmittelbarer Effekt elektromagnetischer Felder auch im nicht-thermischen Bereich die Unterdrückung der Melatoninsynthese wäre.

Ob die in diesem in vitro - System bei einer SAR von 0.8 W/kg und einem Temperaturanstieg von 0.5-0.6 o C beobachtete Zunahme der Melatoninsynthese relevant sein könnte, hängt davon ab, ob in dem im Inneren des menschlichen Zentralnervensystems gelegenen Pinealorgan in vivo, d. h. im lebenden Organismus, vergleichbare SAR-Werte bzw. Temperaturerhöhungen durch Nutzung eines Mobiltelefons erreicht werden können. Bisherige Daten sprechen mehrheitlich dagegen. Diesbezüglich sind aber die Ergebnisse der im Rahmen des DMF durchgeführten Studien, v. a. der Studie "Untersuchungen zu altersabhängigen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Parameter" abzuwarten.

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