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Innovative Verfahren zur Konfliktschlichtung bei der Standortbestimmung von Mobilfunksendeanlagen

Thema

Innovative Verfahren zur Konfliktschlichtung bei der Standortbestimmung von Mobilfunksendeanlagen

Beginn

01.10.2005

Ende

31.12.2006

Projektleitung

DIALOGIK gGmbH

Zielsetzung

Trotz der breiten Akzeptanz des Mobilfunks als Kommunikationstechnologie ist die Errichtung von Mobilfunksendemasten in Kommunen häufig von Konflikten begleitet. Bedingt durch den anhaltenden Ausbau (UMTS) bleibt Konfliktpotenzial weiter bestehen.

Ziel des Projektes war es, zu einer sachlichen Auseinandersetzung über Mobilfunksendeanlagen beizutragen und die Umsetzung der Aspekte der Selbstverpflichtung zu unterstützen, die die Kommunikation und Kooperation mit den Kommunen betreffen (Abschnitt III.1. der Selbstverpflichtung). Dazu sollten die bisherigen Probleme (sowie deren Ursachen) in der Kommunikation, die bei der Standortwahl von Mobilfunksendeanlagen auf kommunaler Ebene entstehen, aufgezeigt und Vorschläge für deren Lösung erstellt werden. Diese Vorschläge sollten in Form eines Ratgebers aufbereitet und den kommunalen Akteuren zugänglich gemacht werden. Im Mittelpunkt sollte dabei die angemessene und rechtzeitige Information zwischen Betreibern, Kommunen und Bürgern stehen. Damit soll gewährleistet werden, dass die Information der Bürger auch in Konfliktsituationen gewahrt bzw. verbessert wird.

Projekttätigkeiten und Ergebnis

Der Forschungsablauf war in vier Arbeitsblöcke unterteilt.

In der ersten Projektphase wurde der theoretische Rahmen für die Projektbearbeitung entwickelt. Des Weiteren wurde eine Analyse der Medienberichterstattung zu Konfliktfällen und Konfliktverläufen im Bereich der Standortwahl von Mobilfunksendeanlagen vorgenommen. Dabei erfolgte die nähere Untersuchung der Ursachen, Rahmenbedingungen und der ergriffenen Informations-, Partizipations- und Kommunikationsmaßnahmen. Neben der Medienanalyse wurden bereits vorhandene Leitfäden zur Vorgehensweise bei der Standortplanung gesichtet und deren Vor- und Nachteile analysiert. Die Leitfadenanalyse lieferte einen Einblick in die möglichen Optimierungspotenziale eines neuen Ratgebers.

In der zweiten Projektphase stand die empirische Überprüfung der in der ersten Phase gewonnenen Erkenntnisse im Mittelpunkt. Es wurden Einzelfallanalysen in Form von leitfadenbasierten, qualitativen Interviews mit den an Standortkonflikten beteiligten Hauptakteuren (Vertretern von Kommunen, Mobilfunkbetreibern und Bürgerinitiativen) durchgeführt, mit deren Hilfe insbesondere mögliche Einflussfaktoren auf typische Konfliktverläufe und deren Auswirkung untersucht wurden. Außerdem erfolgte die Überprüfung der praktischen Umsetzung des theoretischen Konzepts eines Ampelmodells für die Anwendung in dem zu erstellenden Ratgeber und die Erarbeitung dessen Konzeption. Im Laufe dieser Projektphase wurden aus den bisherigen Ergebnissen die Struktur und der logische Aufbau des Online-Ratgebers abgeleitet.

Im dritten Arbeitsblock wurde der Informationsbedarf der Kommunen durch weitere Einzelfallanalysen und Expertengespräche konkretisiert. Es fand eine abschließende Auswertung der Einzelfallanalysen bezogen auf die Kriterien zur Konflikt bestimmenden Selbsteinschätzung der kommunalen Vertreter statt, deren Ergebnisse in den Aufbau und Inhalt des Ratgebers eingeflossen sind.

Den Abschluss des Projekts bildete die endgültige Erstellung eines Online-Ratgebers zur Konfliktprävention und Konfliktschlichtung im Bereich der Standortbestimmung von Mobilfunksendeanlagen. Dabei wurde auf die Erkenntnisse der vorherigen Projektphasen sowie auf die Erkenntnisse aus Feedback-Runden zurückgegriffen. Wichtige Feedback-Partner waren hierbei zum einen ausgewählte Kommunen, denen die Online-Version des Ratgebers zur Evaluation vorgelegt wurden, um weitere Verbesserungshinweise zu erhalten.

Zum anderen wurde zur begleitenden Beratung der Forschungstätigkeiten ein Projektbeirat eingerichtet, der im Lauf des Vorhabens zu drei Sitzungen einberufen wurde. Die Anregungen des Projektbeirats flossen in die weitere Fein-Gestaltung des Projekts sowie in Form der Feedback-Runden in die Ausgestaltung des Ratgebers ein. Abschließend erfolgte die technische Umsetzung durch eine externe Internet-Agentur.

Fazit

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurde ein Online-Ratgeber (www.ratgeber-mobilfunk.de) entwickelt, der die Kommunen dabei unterstützt, im Rahmen der Standortplanung potenzielle Konflikte zu vermeiden bzw. entstandene Konflikte zu lösen. Die empirische und theoretische Basis des Vorhabens orientierte sich an der Idee des Ampelmodells zur Beschreibung der Konfliktstärke (grün = schwach; gelb = mittel, rot = stark). Jeder dieser drei Stufen werden konkrete Handlungsanweisungen zur Konfliktprävention oder -lösung zugeordnet. Der Online-Ratgeber enthält neben situationsspezifischen Handlungsempfehlungen, die auf einer Multiple-Choice-Abfrage basieren, allgemeine Empfehlungen und Hintergrundwissen zu den Themen Standortplanung, Mobilfunk und Gesundheit, Risikokommunikation, Mobilfunktechnik, rechtliche Grundlagen und Konfliktschlichtung. Der Ratgeber für Kommunen ist unter www.ratgeber-mobilfunk.de einzusehen.

Der Abschlussbericht liegt zum Download als PDF-Datei (728 KB) vor.

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