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Machbarkeitsstudie für eine Kohortenstudie, die dazu dienen soll, anhand hochexponierter (Berufs)gruppen ein möglicherweise erhöhtes Krankheitsrisikos durch die Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern zu erfassen

Thema

Machbarkeitsstudie für eine Kohortenstudie, die dazu dienen soll, anhand hochexponierter (Berufs)gruppen ein möglicherweise erhöhtes Krankheitsrisikos durch die Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern zu erfassen

Beginn

01.08.2002

Ende

31.08.2003

Projektleitung

Universität Bielefeld / Universität Mainz / DKFZ Heidelberg / NFO-Infratest München

Zielsetzung

Bislang konnte ein gesundheitliches Risiko der Bevölkerung durch die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Andererseits liegen vereinzelt Hinweise auf gesundheitliche Risiken bei hoch exponierten (Berufs)Gruppen vor. Möglicherweise können Risiken anhand dieser Gruppen gezeigt werden, die bei der zumeist schwächer exponierten Bevölkerung mittels epidemiologischer Methoden schwerer nachweisbar sind. Bei Vorliegen einer Dosis-Wirkungs-Beziehung können die Ergebnisse auf schwächere Expositionen - wie sie in der allgemeinen Bevölkerung vorkommen - übertragen werden.

Ziel des Vorhabens war es, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zu prüfen, ob in Deutschland eine Kohortenstudie zu hoch exponierten (Berufs-)gruppen durchgeführt werden kann. In Kohortenstudien wird über einen definierten Zeitbereich das Krankheitsgeschehen bei Exponierten (z.B. hoch exponierte Berufsgruppe) und nicht-exponierten Personen (Vergleichsgruppe) beobachtet und anschließend geprüft, ob sich die Erkrankungswahrscheinlichkeit für beide Gruppen unterscheidet. Ziel der Machbarkeitsstudie war es, geeignete exponierte Berufsgruppen zu identifizieren und Vorschläge für ein Studiendesign, den Studienablauf, die zu erhebenden Krankheitsereignisse und die Erfassung der HF-Felder zu erarbeiten.

Ergebnisse

Angehörige der Berufsfelder "Funk", "Radar", "Industrielle Produktion" und verschiedener Dienstleistungsberufe wurden als HF-Exponierte ermittelt. Insgesamt konnten 30 Berufsgruppen identifiziert und auf festgelegte Kriterien zur Machbarkeit einer Kohortenstudie geprüft werden. Diese Kriterien betrafen die Expositionsbedingungen (Regelmäßigkeit, Dauer und Erfassung) und die Zusammenstellung der Kohorte (Gruppengröße, Selektion, demographische Daten). Nach Ausschluss aller Personengruppen, die diese Kriterien nicht erfüllten, verblieben drei potentielle Kohorten:

  • Arbeiter an Hochfrequenz-Plastikschweißmaschinen
  • Ingenieure / Techniker von Mittel- / Kurzwellen-Sendeanlagen und
  • Funkamateure.

Für diese wurde ein mögliches Studiendesign erarbeitet und Vor- und Nachteile der Durchführung einer entsprechenden Kohortenstudie bewertet. Gesamtergebnis der Bewertung der drei Gruppen war, dass kein Studiendesign für eine Kohortenstudie festgelegt werden konnte, welches eine verzerrungsfreie Abschätzung des Erkrankungsrisikos durch HF-EMF erlaubt hätte. Gründe hierfür waren u.a. ein zu geringer Stichprobenumfang, nicht vergleichbare Kontrollgruppen von Nicht-Exponierten, eine Vielzahl von nicht kontrollierbaren Störgrößen (Mischexpositionen, zusätzliche chemische Belastungen, etc.), Schwierigkeiten bei der retrospektiven Expositionsabschätzung und eine mangelnde Übertragbarkeit auf für den Mobilfunk typische Frequenzbereiche.

Der Abschlussbericht und die zugehörigen Anhänge liegen zum Download als PDF Dateien vor:

Abschlussbericht PDF-Logo 106 kB
Anhang 1: Gesundheitliche Auswirkungen hochfrequenter Strahlenexposition - ein Überblick PDF-Logo 10 kB
Anhang 2: Kohortenstudien zu den gesundheitlichen Effekten einer Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern PDF-Logo 81 kB
Anhang 3: Mögliche Einflussbereiche hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Gesundheit und Befinden PDF-Logo 55 kB
Anhang 4: Ausgewählte Literatur zur Expositionserfassung PDF-Logo 18 kB
Anhang 5: Literaturdatenbank PDF-Logo 1,09 MB

Fazit

Auf Basis der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie hat das BfS entschieden, keine Kohortenstudie an hoch HF-exponierten Personen durchzuführen. Stattdessen soll eine Kohortenstudie zu Handynutzern der Allgemeinbevölkerung durchgeführt werden. Die Expositionen sind zwar niedriger, können aber direkt die Frage von Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk beantworten. Aufgrund der geringen Exposition sind allerdings sehr große Kohortenstudien nötig. Dies ist nur durch Einbindung in eine internationale Kohortenstudie zu Handynutzern mit England und Schweden möglich.

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