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> ... > Biologie > Abgeschlossene Projekte > in vivo-Experimente B

in vivo-Experimente unter Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern der Mobilfunkkommunikation
B. Kanzerogenese

Thema

in vivo-Experimente unter Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern der Mobilfunkkommunikation
B. Kanzerogenese

Beginn

01.10.2003

Ende

30.04.2005

Projektleitung

International University Bremen

Zielsetzung

Ziel ist die Untersuchung der Frage, ob Felder der UMTS-Mobilfunktechnologie bei chronischer Exposition die Leukämierate oder die Bildung solider Tumore in einem Leukämie-Tiermodell, der AKR-Maus, beeinflussen. Diese Studie wird in enger Anbindung an das Projekt "Beeinflussung der spontanen Leukämierate bei AKR/J-Mäusen durch nieder- und hochfrequente elektromagnetische Felder" durchgeführt, in dem die Wirkungen niederfrequenter Felder und hochfrequenter Felder nach GSM-Mobilfunkstandard untersucht werden. Hierdurch ergibt sich erstmals die Möglichkeit eines direkten Vergleichs der chronischen Wirkungen dieser unterschiedlichen Felder im gleichen Tiermodell.

Ergebnisse

Weibliche Tiere des AKR-J-Stamms (160 Tiere/Gruppe) wurden chronisch (250 Tage) nach UMTS-Standard, SAR 0.4 W/kg exponiert bzw. scheinexponiert. Zusätzlich wurden Käfigkontrollen (33 Tiere) mitgeführt, um mögliche Auswirkungen der Haltung in den Expositionsanlagen erfassen zu können. Die Untersuchungen umfassten den Zeitverlauf des Auftretens der Erkrankung, die laufende Registrierung des Körpergewichts, die regelmäßige Analyse des Blutbildes, die Erfassung der Überlebensdauer sowie pathologische und histologische Untersuchungen. Die Durchführung der Studie erfolgte geblindet.

Die Anzahl der erkrankten Tiere, der zeitliche Verlauf der Krankheit oder deren Schweregrad unterschied sich nicht zwischen den Versuchsgruppen. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen exponierten und scheinexponierten Tieren bei den histologischen Untersuchungen (Typisierung der Lymphome, Häufigkeit leukämischer Infiltrate in Milz oder Leber, Häufigkeit von Metastasen) oder den durchgeführten immunhistochemischen Untersuchungen. Allerdings erreichten mehr exponierte als schein-exponierte Tiere das Ende der Expositionszeit, ohne bis dahin erkennbare Krankheitssymptome zu entwickeln.

Die Tiere in den Expositionsanlagen zeigten im Vergleich mit den Käfigkontrollen eine signifikant höhere Gewichtszunahme, dies gilt jedoch für scheinexponierte und exponierte Tiere gleichermaßen und ist vermutlich auf die leichtere Futteraufnahme in den Expositionsanlagen zurückzuführen.

Die detaillierten Ergebnisse des Projekts können den zum Download bereitstehenden Zwischenberichten und dem Abschlussbericht entnommen werden.

1. Zwischenbericht (bewertende Literaturstudie zum Thema "Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Leukämieerkrankungen") (138 kB)

2. Zwischenbericht (Technischer Bericht zur Expositionsanlage) (426 kB)

3. Zwischenbericht (61 kB)

Abschlussbericht (452 kB)

Publikationen

Sommer A.M., Streckert, J., Bitz, A.K., Hansen, V., Lerchl, A (2007) Lymphoma Development in Mice Chronically Exposed to UMTS-Modulated Radiofrequency Electromagnetic Fields, Radiation Research 168, 72-80

Fazit

Die Studie liefert wichtige Informationen für die Bewertung der vergleichsweise neuen Signalcharakteristik UMTS, zu der bisher nur wenige Untersuchungen vorliegen. Insgesamt wurden keine Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen festgestellt, die auf einen schädigenden Einfluss der chronischen Exposition mit UMTS (SAR 0.4 W/kg, d.h. Faktor 5 oberhalb des Ganzkörpergrenzwertes von 0.08 W/kg) hindeuten würden. Die Hypothese, dass die chronische Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern die Entwicklung von Krebserkrankungen des blutbildenden Systems in genetisch prädisponierten Mäusen fördert (Repacholi et al., 1997) wird durch die vorliegende Studie nicht gestützt. Die Ergebnisse der Studie werden in die internationale Bewertung und Risikoabschätzung einfließen.

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